Konzept

Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

Der Senat hat 2003 einen Entwurf für das Berliner Bildungsprogramm vorgestellt. Dieser soll die pädagogischen Einrichtungen als Bildungseinrichtung stärken und uns Erzieherinnen in unserer pädagogischen Arbeit unterstützen. Wir Erzieherinnen haben uns mit dem Bildungsprogramm vertraut gemacht und es gibt uns eine Fülle alltagspraktischer Anregungen. Unser Alltag steckt voller Bildungsanlässe, es kommt nur darauf an, sie zu sehen, aufzugreifen, zu entfalten, zu vertiefen und umzusetzen. Seit August 2006 werden für jedes Kind Sprachlerntagebücher angelegt. Das Sprachlerntagebuch wird das Kind während seiner gesamten Zeit, die es bei uns im Kinderladen verbringt, begleiten und sich von Jahr zu Jahr mit Eintragungen der Erzieherinnen und des Kindes füllen. Wichtig ist dabei das gemeinsame Dokumentieren mit den Kindern. Das Sprachlerntagebuch ist den Eltern und den Kindern jederzeit zugänglich und es kann darin geblättert und gestöbert werden.

Die Kinder sollen Spaß und Freude haben und sich geborgen fühlen. Daher schaffen wir eine Atmosphäre, in der sich die Kinder angenommen fühlen und bieten Zeit und Raum für offene und ehrliche Gespräche. Die Kinder erfahren den Kinderladen als Ort, an dem sie Kind sein können und spielerisch und selbstständig handeln und sich erproben können.

Spielen nimmt in der kindlichen Entwicklung eine zentrale Rolle ein: Spielen in seinen unterschiedlichen Formen und Gestaltungsvarianten (Bauspiele, Konstruktionsspiele, Regelspiele, Freispiele, Puppenspiele, freie und angeleitete Rollenspiele,…) bedeutet für Kinder neben Spaß und Freude einen vielfältigen Raum für Lernprozesse. Den Kindern Raum zum Spielen zu geben heißt auch, ihnen Raum zum Lernen zu geben. Hierbei ist das Freie Spiel (worauf noch näher eingegangen wird) von besonderer Wichtigkeit.

Wir begleiten die Kinder auf ihrem Weg zum “größer werden”. Wir unterstützen sie individuell, indem wir Spielanreize und Lernimpulse geben. Hierbei stehen die Bedürfnisse und Interessen der Kinder im Vordergrund und sind die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit.

Das Recht jedes einzelnen Kindes auf freie Entfaltung steht gleichwertig und gleichrangig neben der Anpassung und Identifikation mit der Gruppe. Eingebunden in das tägliche Gruppengeschehen wird das Kind gemäß seines Alters und seines ganz individuellen Entwicklungsstandes motiviert und unterstützt, selbständig zu agieren.

Das Einhalten von Absprachen, Regeln und Grenzen, die klar, eindeutig und verständlich für Kinder sein sollen, sind zur Orientierung notwendig und wertvoll. Wichtig ist uns das Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht der Kinder, welches vom Alter der Kinder abhängig ist. Der Kinderladen versteht sich dabei als ein Ort, an dem die kindliche Persönlichkeitsentwicklung in all ihren Aspekten und Ausdrucksformen begleitet, geachtet, unterstützt und gefördert wird.

Kooperationsbereitschaft, Kontaktfähigkeit und soziales Umgehen miteinander werden durch gemeinsame Gruppenerlebnisse entwickelt und gefördert.

    • In diesem Zusammenhang werden folgende Aspekte besonders gefördert:
    • 1. ICH- Kompetenz “Persönlichkeitsentwicklung”

a. Die Kinder werden in ihrer Person mit allen Stärken und Schwächen angenommen.

b. Für die Kinder werden Situationen geschaffen, in denen sie ihr Selbstwertgefühl entwickeln können.

c. Die Kinder werden zum selbständigen Handeln angeregt.

d. Die Kinder werden in ihrem Selbständigwerden unterstützt und in Situationen des täglichen Lebens miteinbezogen.

e. Die Kinder entdecken eigene Bedürfnisse, Interessen und Gaben und lernen diese durch- und umzusetzen.

    • 2. SOZIALE Kompetenz

a. Die Kinder lernen eigene Bedürfnisse und die anderer zu erkennen und sie angemessen im eigenen Verhalten zu berücksichtigen.

b. Die Kinder lernen Rücksicht aufeinander zu nehmen.

c. Der Zusammenhalt in der Gruppe wird gefördert, indem Gruppenprozesse von den Erzieherinnen wahrgenommen und begleitet werden.

d. Ausgrenzungen in Spielsituationen werden wahrgenommen und nicht immer unwidersprochen hingenommen.

e. Die Identifikation mit der Gruppe wird unterstützt.

f. Eine eigenständige, gewaltfreie Konfliktlösung wird angestrebt, wobei den Kindern verschiedene Wege aufgezeigt werden und ihnen Hilfestellung gegeben wird.

    • 3. Emotionen

a. Die Kinder lernen eigene Gefühle zu erkennen und auszudrücken, Gefühle anderer wahrzunehmen und zu berücksichtigen.

b. Die Kinder werden in und mit ihren Gefühlen ernst genommen, indem die Erzieherinnen diese Gefühle (Freude, Angst, Ärger, Traurigkeit etc.) erkennen, akzeptieren und ansprechen.

    • 4. Sachkompetenz

a. Die Kinder erlernen den Umgang mit verschiedenen Materialien und werden an unterschiedliche Techniken herangeführt.

b. Interesse an Farben, Formen, Zahlen und Mengen wird geweckt.

c. Die Kinder werden an neue Situationen herangeführt und lernen sich im ungewohnten und für sie fremden Umfeld zu bewegen.

d.Das Wissen über verschiedene Sachthemen wird erweitert und vertieft.

    • 5. Lernen

a. Den Kindern wird spielerisch und ganzheitliches (d.h. mit allen Sinnen) Lernen ermöglicht.

b. Die Kinder werden ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie dem Alter und Entwicklungsstand entsprechend gefördert.

c. Das Interesse einzelner Kinder an verschiedenen Themen wird aufgegriffen und vertieft und gegebenenfalls auch auf die Gruppe übertragen (Situativer Ansatz).

d. Die Kinder werden an verschiedenen Themen und Inhalte herangeführt.

e. Es wird viel Raum für Gespräche geschaffen, wodurch Wortschatz und sprachliche Fertigkeiten gefördert werden.

    • Der Kinderladentag ist stark vom Thema SPIEL geprägt, das sich grob folgendermaßen aufteilen lässt:
    • 1. Freispiel

Unsere Aufgabe hierbei besteht darin anregende Situationen zu schaffen und vielfältige Materialien zur Verfügung zu stellen, wie z.B. Verkleidungsmöglichkeit mit Schminkutensilien, unterschiedliche Bausätze, Matratzen um Höhlen zu bauen etc. Das Freispiel bedeutet für uns Erzieherinnen oft Unruhe, Unordnung und bisweilen Kämpfe und Streitereien der Kinder untereinander. Es kann für uns manchmal mehr Mühe bedeuten als die angeleitete Beschäftigung. Die Rolle der Erzieherinnen liegt in der Beobachtung, um weitere Anregungen für die Arbeit zu erhalten und um die Kinder besser kennen zu lernen. Nur im Notfall greifen wir ein.

    • 2. Situativer Ansatz

Hierbei greifen die Erzieherinnen Ideen der Kinder auf und vertiefen sie im Spiel. Das sich Einschalten und Mitspielen der Erzieherinnen z.B. bei Rollenspielen kann von Vorteil sein, um fixierte Rollenverteilung zu vermeiden oder Lösungen bei Problemen anzubieten.

    • 3. Didaktisches Spiel

Beim Didaktischen Spiel steht der Aspekt des Lernens mit einem gesetzten Ziel im Vordergrund. Das Lernen kann sich auf Geschicklichkeit in der Grob- oder Feinmotorik, auf Ausdauer und Konzentration, Abstraktions- und Denkvermögen etc. beziehen.